Schweizermeisterschaft im Vereinsturnen vom 10./11. September 2011 in Zofingen
Am vorletzten Wochenende reiste die Aktivriege Oberrüti Richtung Zofingen an die Schweizermeisterschaft im Vereinsturnen. Dieser letzte Wettkampf in der Turnsaison darf sicher als Höhepunkt eines jeden Turners/in bezeichnet werden.
Als erster Wettkampf am Qualifikationstag stand die Gymnastik Bühne auf dem Programm. In den letzten Trainings wurde noch intensiv gefeilt und die Turnerinnen waren wie in all den Jahren zuvor bereit, ganz vorne mitzumischen.
Das Wetter war herrlich und hochsommerlich heiss. Darum suchten sich die Vereine schon für das Einturnen jeden einzelnen noch freien Schattenplatz. Beim Wettkampf wurde das Turnen aber noch anstrengender. Doch das sollte nicht das einzige Problem werden.
Nun aber der Reihe nach.
Gut gestartet in die Gymnastik - was passiert den da? Die Musik lief nach dem
1. Musikstück einfach nicht weiter. Was nun? Die Reserve-CD musste her. Die Turnerinnen mussten noch einmal von ganz vorne beginnen. Durch den Musikunterbruch war die Energie nach vielen Sprüngen im ersten Teil weg und die Konzentration nicht mehr auf dem geforderten Niveau. Doch es sollte noch schlimmer werden. Bei einer Turnerin spickte regelrecht die Kniescheibe raus. Wie sie die Vorführung noch bis zu Ende gemeistert hat, weiss sie nicht mehr. Liebe Tanja, du bist wirklich ein Pechvogel was Verletzungen angeht und wir wünschen Dir von ganzem Herzen gute Genesung. Wir hoffen, dass Du nächste Saison unverletzt alle Wettkämpfe mitturnen kannst.
Alles in allem war es also kein überzeugender Durchgang und die Turnerinnen waren auch dementsprechend enttäuscht. So lag auch die Note von 9.38 klar unter den Erwartungen. Man musste um einen Finalplatz bangen.
Lange zum Überlegen hatten die Turnerinnen aber nicht. Es folgte der Schulstufenbarren. Mit grosser Freude und mitreissend lauter Musik wollte man ohne Übungsfehler überzeugen. Die Synchronität, Spannung und Ausstrahlung war sehr gut. Doch haben die Nerven bei einigen Turnerinnen zu fest geflattert und mit drei Übungsfehler schafft man auf diesem hohen Niveau keinen Finalplatz mehr. Die Note von 9.23 spiegelte denn auch die Leistung wieder. Die Turnerinnen freuen sich nun auf das nächste Jahr mit neuen Impulsen. Sie wollen so das doch verpatzte Jahr 2011 abhacken.
In der Zwischenzeit stand dann aber wenigstens fest, dass die Turnerinnen aus Oberrüti es zumindest mit der Gymnastik in den Final geschafft haben.
Nach einem gemeinsamen Nachtessen, einer Videoanalyse mit vielen Lachern und Smalltalk in der Hotel-Lobby schlossen sich die Augen der Turnerinnen, im Zimmer angekommen, in Rekordzeit.
Am nächsten Morgen beim Final fand man die Turnerinnen ganz ungewohnt auf der Tribüne. Sie verfolgten den Final im Schulstufenbarren einmal aus einer anderen Perspektive. Die Turnerinnen waren sich einig, dass sie ohne Übungsfehler durchwegs auch im Barren um die Podestplätze hätten mitmischen können.
Nach diesem Finalblock machten sich dann die Turnerinnen der Gymnastik auf zur Vorbereitung ihrer Vorführung. Die Zuschauerränge waren voll besetzt und warteten dann auch gespannt auf die Vorführung der 17 Turnerinnen. Sie mussten nach dem 4. Zwischenplatz in der Vorrunde alles geben um noch aufs Treppchen steigen zu können. Nach frenetischen „Hopp Oberrüti“ Rufgesängen der mitgereisten Fans startete die Musik. Ausdruckstark und voller Energie überzeugten die Turnerinnen schon zu Beginn der Vorführung. Und dann …
Hatte da jemand die Szene von gestern wiederholt. Unfassbar erschien es, als die Musik nach dem 1. Stück auch nicht weiterlief. Die Turnerinnen standen auf der Bühne und einzelnen Turnerinnen kullerten schon Tränen über diese doch surreale Situation. Die CDs wurden auf verschiedenen anderen Anlagen inklusive die der Wettkampforganisation geprüft und funktionierten zu diesem Zeitpunkt einwandfrei. Was dann passierte wurde schon im Text zuvor erwähnt. Man startete noch einmal. Den Turnerinnen ein grosses Lob ausgesprochen, sie meisterten die Vorführung im zweiten Anlauf bravourös. Kaum war dann aber die Übung zu Ende geturnt, da viel zumindest schon bei den Turnerinnen der Aktivriege der erste Regen und weinend über das Unfassbare lagen sie sich in den Armen. Nach diesem Wochenende erstaunte es bei der Siegerehrung nicht, dass die Aktivriege nach Jahren von Erfolgen und Podestplätzen nebenan auf dem vierten Rang Platz nehmen musste.
2011 war definitiv nicht das Jahr der Aktivriege Oberrüti.
Nach zwei hochsommerlichen SM-Tagen zog dann aber ein kräftiges Gewitter heran und man machte sich auf ins El Mosquito in Sursee um die Saison mit einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen. Und aus den noch vor Stunden vertränten Gesichtern hörte man schon bald wieder Lachen.


